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Montag, 18. November 2013

Die "Curly-Girl-Methode" - Hilfe für Lockenköpfe

Ich habe hier ja schon das eine oder andere Mal über meine Haare geschrieben, bzw. gejammert. Nein, ich habe keine Fetisch, nur viele, viele Locken, die dazu neigen, zu machen was sie wollen. Jeder der auch Locken hat, wird wissen, warum diese einem das Leben nicht unbedingt einfacher machen. Ich habe mich wirklich lange mit ihnen herumgeschlagen, vieles ausprobiert, die speziellen Mittel aus dem Drogeriemarkt, die teuren Friseurprodukte, Produkte aus dem Afroshopp gekauft. Aber egal was ich benutzte, das Haar sah nass okay aus und manchmal auch bei sehr trockener Luft, aber sobald ich es durchkämmte, wurde es sehr wild und leider auch frizzig. Und wehe es kam noch eine nur leicht erhöhte Luftfeuchtigkeit dazu.

Ihr merkt, ich habe im ersten Absatz die Vergangenheitsform benutzt. Ich habe nämlich eine, für mich bahnbrechende Entdeckung gemacht, die "Curly-Girl-Methode" (CGM), die aus den USA kommt, wo es viele Afro-Amerikaner gibt, die diese Probleme und noch heftigere (noch mehr Locken) nur zu gut kennen. 

Mein Vorher-Nachher:



Was ist das Besondere an der Methode Die CGM ruht auf einigen wenigen wichtigen Säulen, die da sind:

  1. Keine Haarwäsche mit Shamppo, sondern mit Conditioner, ggf. noch in seltenen Fällen mit einem sehr milden Noo Poo-Reiniger. Wer nur welliges Haar hat, darf einmal in der Woche ein mildes Shampoo benutzen.
  2. Keine Bürste und keinen Kamm im trockenen Haar verwenden (ein grobzinkiger Kamm ist höchstens im nassen Haar mit Conditioner erlaubt). 
  3. Kein trocken rubbeln mit Handtüchern, die Haare sollen gar nicht gerubbelt werden, sondern mit einem Microfaserhandtuch (gibt es preiswert bei Amazon oder Ebay) oder ersatzweise mit einem großen alten T-Shirt ausgedrückt werden.
  4. Die Haare werden grundsätzlich luftgetrockent! Kein Föhnen, wenn es schnell gehen muss kann man ganz vorsichtig mit einem Diffuser möglichst kühl die Haare trocknen. 
  5. Kein chemisches Glätten.
  6. Keine Silikone (erzeugen Frizz) und keine aggressiven Sulfate (greifen das Haar an) verwenden. Es gibt inzwischen viel Naturkosmetikhaarsteller, die auf Beides verzichen, z.B. Alverde oder auch Lavera.
  7. Die Haare werden häufig (viele waschen täglich, ich eher 2-3mal pro Woche) gewaschen und zwischen den Wäschen nicht gekämmt.
Das sind die Grundlagen, ich erreiche bei mir das beste Ergebnis, wenn ich nach der Condi-Wäsche einmal eiskalt spüle undnoch einen Leave In (LI) großzügig ins Haar knete. Nach dem abtrocknen (siehe 3.) ploppe ich mein Haar für ca. 10 Minuten. Ploppen heißt, ich mache mir einen Turban um den Kopf. Wenn dieser ab ist, ziehe ich mit dem Stil eines Stilkammesden Scheitel und arbeite ein Gel in das Haar ein. Das darf kein normales Gel aus der Drogerie sein, denn das würde das Haar austrocknen sondern eines mit Proteinen, Fetten und Ölen, die das Haar gut durchfeuchten und pflegen. Solche Gele, wie auch die guten Conditioner und Leave Ins bekommt ihr vor allem im Internet, ich kaufe am liebsten bei Curly Chocolate. Während die Haare trocknen werden sie steinhart, wenn sie trocken sind, bricht man den Gelcast auf, d.hh. man knetet die Haare lockenweise sehr voorsichtig vom Ansatz zur Spitze. Und Bingo, fertig. Das hört sich kompliziert an, ist es aber gar nicht. Ich brauche sicher nicht mehr Zeit als jemand, der sein Haar zweimal shampooniert, eine Spülung macht und es föhnt. Mehr zur "Curly-Girl-Methode" findet ihr hier. Und ich habe auch noch ein Tutorial bei You Tube herausgesucht:




Kaum jemand verwendet wohl die CGM in Reinkultur, jede wird (und sollte) ihre eigene Routine finden. Und natürlich gibt es auch noch zahlreiche Tricks, mit denen ich aber auch noch nicht gearbeitet habe. Viele der Curlies machen noch Rhinsen (Spülungen mit bestimmten Zutaten), im Moment ist Haarseife sehr "in", andere kochen sich ihr Gel selbst, wieder anderen arbeiten zusätzlich mit Ölen. Und ab und an sollte man kuren (overnight oder prewash).

Von meinem Lieblings- Forum habe ich schon erzählt, dort findet man immer Hilfe und Anregungen, schaut doch mal rein.

Nun wünsche ich euch jede Menge Spaß beim Ausprobieren!

Montag, 4. November 2013

Man muss auch mal Zicke sein

Ich bin in einem ganz tollen Forum, mit wirklich supernetten Mädels jeden Alters, es ist eine Wohltat sich dort zu äußern. Thema sind unsere Haare, respektive unsere Locken. Wir alle haben uns sehr lieb und machen uns gegenseitig wirklich süße Komplimente. Das  resultiert sicher daraus, dass die (weiblichen) Mitmenschen sonst eher fragen, ob man sehr unglücklich wegen der Locken ist. Es werden einem Glätteisen und chemische Glättungen empfohlen, man ernetet mitleidige Blicke. Eine ganz nette Entschädigung ist allerdings, das viele Männer Locken mögen ;)

Aber darum soll es gar nicht gehen, erzählen wollte ich euch von meinem Erlebnis mit realen und Facebook-Menschen nach meinem mißglückten Ausflug zum Friseur. Die Mädels aus meinem Forum haben mich zuckersüß wieder aufgebaut, darum habe ich mich getraut und mir meinen Frust auch bei Facebook und bei Freundinnen von der Seele geschrieben/geredet. Der netteste Kommentar war noch "Ist doch gar nicht soooo schlimm". Den Rest behalte ich mal für mich. Im echten Leben fragte mein Kollege, ob jemnand an meinen Haaren geknabbert habe (Igit!), Meine liebe Freundin wollte mich direkt zu einem vernünftigen Friseur schicken, "der jede Locke glatt kriegt", eine weitere meinte, ich müsse aber langsam darauf achten nicht immer so zerzaust auszusehen: "Ab einem gewissen Alter muss man eine ordentliche Frisur haben". Fast hätte ich ihr sehr wenig damenhaft  und wenig altersgemäß die Zunge rausgesteckt.

Freunde sind doch was Schönes, oder? Aber macht nichts, das nächste Mal werde ich fragen, ob mit ihren Spagetti-Haaren wieder nichts zu machen war oder ob, bei ihrem Mann etwas mit dem süßen Lockenkopf neulich an seinem Arm läuft.

In diesem Sinn
Knutsche
eure
Emm

Montag, 14. Oktober 2013

Huhu "Good Hair Days", wo seid ihr?

Wann seid ihr das letzte Mal am Morgen aus dem Bett gestiegen, einmal mit dem Kamm/der Büste durchs Haar gegangen und habt gedacht: "Spitze!"? Bei mir muss das schon sehr, sehr lange her sein, ich kann mich nämlich nicht daran erinnern. Dafür bin ich mit den "Bad Hair Days" richtig dicke, sind sie doch meine ständige Begleitung. Ich versuche morgens eh immer den Blick in den Spiegel zu vermeiden,  jedenfalls bis zum Schminken und Haare machen, blind krieg ich das (leider) nicht hin. Aber manchmal bin ich noch so müde, dass ich so tun kann, als kenne ich das, was ich da sehe nicht. Wobei das Schminken ist ja noch ganz okay, denn einen Vorteil haben auch Augenschatten, ich habe keine Tränensäcke ... Juhu.Aber nach ein paar Minuten, direkt nach der Wimperntusche und dem Abnehmen des Haarbandes folgt die Minute der Wahrheit.

Habe ich schon mal erwähnt, dass ich Locken habe, viele Locken, um genau zu sein, klingt nicht so schön, ist aber wahr, krause Haare. Gemeinerweise hatte ich als Kind echte Traumhaare, goldblone, dicke und lange Locken, jedenfalls bis ich bis zehn war. Da besuchte uns nämlich Tante Grete. Bei ihr mußte alles seine Ordnung haben, sie stichelte so lange bis ich mit ihr, ohne das Wissen meiner Mutter,  zum Friseur ging um endlich "ordentlich" auszusehen. Ich doofes Schaf! Meine Mama bekam einen Tobsuchtsanfall und sprach nie wieder mit Tante Grete und ich, ich bekam Krause, das volle Programm. In den 70igern gar nicht verkehrt, für den total angesagten Afro musste ich nichts tun. Aber ich hasste meine Haare aus vollem Herzen, wollte unbedingt lange, glatte, blonde Haare, die im Wind wehen, wenn mich mein Prinz auf sein weißes Pferd holt. Nichts da, ein Prinz war nicht in Sicht. Kein Wunder bei dem Kopf, also ging ich zum Glätten. Damnals noch eine umgekehrte Dauerwelle, das Ergebnis war Haarausfall. Zum Glück wuchsen sie irgendwann wieder nach, kraus natürlich, ich gab auf färbte sie rot, sehr rot. Irgendwann traf ich einen tollen Friseur, der erste, der mir den Tipp gab, nie zu bürsten, sondern , wenn überhaupt, nur einen ganz dicken Kamm zu benutzen. Ich liebte sie trotzdem nicht, aber arrangierte michzuerst. Dann stellte ich fest, es gibt Menschen (Männer), die stehen auf Locken und so langsam wurden sie mein Markenzeichen. Ich lernte sie  schätzen und irgendwann auch lieben, aber ärgern tun sie mich immer noch oft..

Inzwischen gebe ich echt viel Geld für mein Haar aus, bin en "Curly Girl" und lebe nun nach der "Curly-Girl-Methode", na ja, so ein bisschen jedenfalls. Eigentlich sollte man meinen, alles ist perfekt, aber weit gefehhlt, noch immer kommen die Notfallstrategien zum Tragen:

Stufe 1: Haar sieht nur nicht toll aus - Hier zupfen, da zupfen, ein bisschen kneten, das muss reichen.

Stufe 2: Haar sieht auf der einen Seite nach Pudel und auf der anderen nach plattem Wischmop aus, mit "Refrescher" kneten, Zopf binden.

Stufe 3 wie Stufe 2, nur mit Frizz, Knoten mit dem Flexi machen, Pony beschwören, nicht mehr in den Spiegel schauen.

Stufe 4: alles Sch***,  breites Haarband tief in Stirn (hinten sehe ich mich zum Glück ja nicht), interessant gucken und glauben: "Alle denken bestimmt ich bin eine total interessante Künsterlin". Bis meine liebe Kollegin fragt, ob mir die Ohren wehtun.

Ehrlich, wenn der Tag kommt, wo meine Haare morgens der perfekte Traum sind, bin ich bestimmt tot und im wahren Paradies angekommen...

Bis dann

Knutscha
Emm